Es war nicht alles perfekt, aber doch für mich persönlich und die Mannschaft mehr als zufriedenstellend.
Der erste Spieltag im neuen Jahr führte unsere Mannschaft nach Recklinghausen ins Bowltreff. Das Center liegt unterhalb eines Fitnesscenters hinter einem langen Gang tief im Keller versteckt. Und hier zeigte sich auch, dass es keiner jungen und hochmodernen Anlage bedarf, um den Spieltag so gut wie Störungsfrei abhalten zu können. Die Monitore und Anzeigeelemente waren schon eine Spur älter und verzichteten auf die vielen bunten Animationen nach Strikes und Spares. Hier gab es nichts weiter als die einfarbige Ergebnisanzeige. Mehr benötigen wir auch nicht. Weniger ist halt doch mehr.
Das Öl kam mir schon recht entgegen, wenngleich es den Anschein hatte, dass das Pindeck nicht sauber gereinigt wurde. Für meine Verhältnisse fehlte die gewohnte Ballreaktion vor dem Pindeck, sodass ich hier relativ gerade über die dritte Leiste spielen musste, da der Ball sonst zu lang Rechts am Ziel vorbei lief.
Unser Team startete das erste Spiel des Tages gegen die „ABC Dortmund 2“. In der Vergangenheit haben wir es schon geschafft, Spiele mit 12 oder auch nur 10 Pins Differenz zu verlieren.
Gegen die Dortmunder fehlten uns am Ende ganz drei – in Worten DREI – Pins, für einen Sieg. Im letzten Frame zogen die ABC-Jungs noch einmal alle Register und strikten sich zum Sieg. Drei Pins zu wenig – das sind 0,6 Punkte pro Spieler. Ein einziger Anwurf im ganzen Spiel, bei dem ein Pin mehr gefallen wäre. Hätte jeder schaffen können. Haben wir aber nicht und so gingen wir mit 877:880 von der Bahn. Ich hätte von mir selbst etwas mehr erwartet, denn letztlich lag ich mit 162 Pins nur im unteren Bereich dessen, was ich sonst (außerhalb der Liga) spiele. Über meine Ligaleistungen habe ich ja schon einiges in den bisherigen Blogposts geschrieben. Training Top – Liga Flop war da ja mein bisheriges Motto.
Das darauffolgende Spiel gegen „Power Gelsenkirchen 2“ konnten wir dann 887:742 für uns entscheiden, wobei ich mich persönlich mit 167 nur unwesentlich verbessern konnte.
Das dritte Spiel fand dann gegen unseren Lieblingsgegner „Red Bowl 4“ statt. Hier war wieder psychologische Kriegsführung gefragt. Beim letzten Spieltag trennten uns gerade einmal 24 Pins von einem Sieg und so gingen wir recht optimistisch an die Sache heran. Unser Team konnte sich erneut steigern und so sammelten wir 927 Pins, was uns beim letzten Spieltag auf jeden Fall für einen Sieg gereicht hätte. Aber es blieb dabei. 927 Pins sind gut, aber zu wenig, wenn dein Gegner plötzlich die Hörner ausfährt und mit 1031 Pins von der Bahn geht. Vier von fünf Spielern mit Punkten jenseits der 200 waren nicht aufzuhalten und so fehlten am Ende 104 Pins für ein Unentschieden. Da half auch meine eigene kleine Steigerung auf 181 Pins nichts. Zuwenig blieb Zuwenig.
Nach der Mittagspause und frischem Öl auf der Bahn ging es dann gegen „VEST Recklinghausen 5“ weiter. Kein leichter Gegner, der nicht
ohne Grund mit nur vier Punkten Rückstand auf dem zweiten Platz der Tabelle steht. Hier brach unser Mannschaftsergebnis ziemlich ein und obwohl wir bis etwa zur Mitte des Spiels gut mithalten konnten, verloren wir am Ende recht deutlich 812:915 Punkten. Ich persönlich konnte mich in diesem Spiel noch einmal um weitere neun Pins auf 190 Punkte verbessern. Mit einem Schnitt von 175 Pins auf die bisherigen vier Spiele war ich nicht wirklich unzufrieden, aber ich hatte das Gefühl, als wäre da noch mehr möglich. Die magische Marke von 200 musste doch noch zu knacken sein.
Das letzte Spie des Tages war unser Freilos.
Kein Gegner und kein wirklicher Druck. Nur der Wunsch, das eigene Punktekonto aufzubessern.
Unsere Mannschaft hat am zweiten Spieltag schon bewiesen, dass ein fehlender Gegner kein Grund für ein schlechtes Ergebnis ist und 980 Pins und damit ein Teamschnitt von 196 Pins das Beste des Tages wurde. Dieses Ergebnis hätte man natürlich in einem anderen Spiel viel besser gebrauchen können, aber naja…
Und irgendwie konnten wir dem treu bleiben, denn gegen den imaginären Gegner schafften wir 1007 Punkte (Ø 201,4). Mir gelang dabei ein beinahe perfektes Spiel, wenn da nicht zwei 9er Anwürfe gewesen wären. Im siebten Frame blieb die 10 stehen und im 10+2 Frame war es Pin 5. Beide konnte ich räumen und so blieben am Ende genau 268 Punkte auf dem Scoreboard stehen. Das höchste Spiel des Tages zu einem Zeitpunkt, wo es niemandem etwas nutzt. Verrückt. Und so erntete wir neben Lob und Anerkennung der Vereinskollegen auch Hohn und Spott. Sie haben ja Recht, denn mit dem Ergebnis hätten unser Team vier der fünf Spiele gewinnen können. Hätte hätte, liegt im Bette…. Es ist wie es ist.
So blieben am Ende nur 4 von 10 möglichen Punkten, was uns aber nicht weiter belastet.
Das Team hat gezeigt, dass wir besser werden und der Gesamtschnitt unserer Mannschaft lag am Ende bei 180,4 Punkten, was für unsere Verhältnisse schon sehr gut ist, wenn man es mit den bisherigen Wertungen vergleicht (136, 169, 157, 162, 157). Ich war am Ende mit einem Schnitt von 193,6 mehr als zufrieden und freute mich auch riesig über das letzte Spiel mit 268 Punkten. Fehlender Gegner hin oder her.

Wir freuen uns schon auf das Bowlers‘ in Herten, wo der nächste Einsatz am 5.2. stattfinden wird.